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Kranke Buchen sicher fällen

Nur erschütterungsfreie Arbeitsverfahren sind zulässig

Kronentotholz
Kronentotholz. Foto: SVLFG


(5.8.2019) Wenn die Buchenkomplexkrankheit Bäume befällt, sterben sie besonders schnell ab. Um Unfälle bei der Fällung zu vermeiden, dürfen nur erschütterungsfreie Arbeitsverfahren eingesetzt werden.

 

Trockenheit, Schädlinge und Krankheiten schädigen in diesem Jahr nahezu jede Baumart. Aktuell werden vorrangig kranke oder absterbende Buchen eingeschlagen, um der völligen Entwertung des Holzes durch die Buchenkomplexkrankheit vorzugreifen. Diese Fällarbeiten sind besonders gefährlich.

 

Laub verhindert verlässliche Beurteilung

 

Beim Einschlag im belaubten und auch teilbelaubten Zustand lassen sich verborgene Totholzäste, ein Kontakt zu Nachbarbäumen, das hohe Kronengewicht, die Windwirkung in der Krone und ähnliche Risikofaktoren nicht verlässlich beurteilen. Hinzu kommen in diesem Jahr absterbende Buchen, die bereits zopftrocken sind. Die Bäume haben nur noch eine schüttere Belaubung oder sind bereits vollständig entlaubt.

Stammfäule
Stammfäule. Foto: SVLFG

 

Außerdem sind oft bereits Stammfäulen bis in den Kronenraum festzustellen. Diese Buchen leiden unter der sogenannte Buchenkomplexkrankheit, die derzeit besonders rasant abläuft und die Bäume in kürzester Zeit absterben lässt.

 

Sicherheitsfälltechnik und Seilwinde

 

Der Einsatz eines Holzvollernters (Harvester) wäre grundsätzliche die sicherste Lösung, um die kranken Bäume zu fällen. In den betroffenen Wäldern ist der Einsatz aber häufig nicht möglich. Kommt deshalb nur eine motormanuelle Fällung in Frage, müssen die Bäume erschütterungsfrei eingeschlagen werden, da sich der Zerfallszustand der Krone und die Fäule im Stamminneren und in der Krone nicht einschätzen lassen. Die SVLFG rät, zur Fällung konsequent eine Forstseilwinde einzusetzen. Das Arbeitsverfahren hat sich bundesweit bewährt. Es fußt auf der Sicherheitsfälltechnik mit unterschnittenem Sicherheitsband. Das Seil wird vom Boden aus eingebracht. Dieses Vorgehen ist derzeit das sicherste motormanuelle Verfahren, wenn in Beständen gearbeitet wird, die von der Buchenkomplexkrankheit betroffenen sind. Wer mit herkömmlichen Schlagkeilen arbeitet, der riskiert, dass er von Ästen und abrechenden Baumteilen getroffen, und dabei schwer verletzt wird.

 

Sicherheitsfälltechnik
Sicherheitsfälltechnik. Foto: SVLFG

 

Die bereits am Markt erhältlichen ferngesteuerten Fällkeile scheinen zudem eine Alternative zu den herkömmli-

chen Schlagkeilen und den mechanischen oder hydraulischen Fällkeilen zu sein. Die Praxiserfahrungen mit diesen Lösungen sind noch abzuwarten.
(SVLFG)

 

Weitere Informationen

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

 

 

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