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Baumpflege Denkmalgerecht

Die Baumpflege endet nicht mit dem Tod eines Baumes

Baumpflege Denkmalgerecht
Foto: A-Z Garten- und Landschaftspflege


(19.8.2019) Der Natur- und Artenschutz verleiht alten und absterbenden Bäumen eine besondere Bedeu-

tung und stellt die Baumpflege damit vor eine große Herausforderung.

 

In vielen historischen Parkanlagen in Berlin und besonders in Potsdam, findet man viele alte, vor langer Zeit gepflanzte, Altbäume. Viele dieser Altbäume sind nahezu unangetastet. Sie werden vor allem als Gestalterische Denkmäler erhalten. Ihre ästhetische Wirkung in Parkanlagen ist unersetzlich und sie verleihen eine historischen Note vergangener Zeiten. Egal ob einfach nur Einzelbäume, ganze Baumgruppen, Alleen und auch Hecken - sie allen tragen ihren Teil zum Naturschutz bei. Aber mit dieser Form des Naturschutzes geht auch eine große Verantwortung einher - die Verkehrssicherheit. Sie steht nicht selten im Konflikt mit dem Naturschutz. Vor allem in Parks und entlang von Wegen stellen alte und absterbende Bäume eine potenzielle Gefahr dar.

 

Altbäume und der Naturschutz

 

Eine nicht zu unterschätzende Rolle im Naturschutz spielen alte Bäume. Sie dienen zum einen als artenreiches Habitat für das komplexe Tierreich und zum anderen ist auch Totholz ein natürlicher Bestandteil des Waldes. Viele Arten haben sich im Laufe der Zeit auf diesen Lebensraum sogar spezialisiert. Käfer und Insekten nutzen Höhlungen und abplatzende Rinde als Unterschlupf für sich und ihren Nachwuchs. Und Säugetiere und besonders Spechte finden dort eine reichhaltige Auswahl an natürlichem Futter.

Tiere, die auf diese Lebensräume angewiesen sind, profitieren natürlich besonders von der Erhaltung solcher Altbäume. Die Verlassenheit solcher Bäume bildet eine besondere Grundlage vor allem für seltene Tierarten. Je nach Alter und Größe entwickeln sich hier die unterschiedlichsten Lebensräume. Der für Eremiten(eine Käferart) lebenswichtigen Mulm bildet sich hauptsächlich in hohlen Bäumen. Stirbt dieser Baum ab, dann müssen sie umziehen. Da dieser Käfer nicht nur selten, sonder auch nicht besonders mobil ist, muss ein alternativer Baum in unmittelbarer Umgebung sein. Findet sich kein alternative Heim für diese Tierchen, dann endet ihre Reise leider und sie gehen ein.

Die Baumpflege endet also nicht mit dem Tod eines Baumes. Sie geht noch weit darüber hinaus. Mit dem Schutz gerade solcher alten Bäume, wird für viele Tiere der natürliche Lebensraum, über viele Baumgenerationen hinweg, erhalten.

 

Kontrolle und Verkehrssicherheit

 

Eine der wichtigsten Aufgaben im Bereich der Baumpflege von alten und sterbenden Bäumen ist die Kontrolle. Gerade wenn alte Bäume ihre Zerfallsphase erreichen, dann ist eine jährliche Kontrolle ein absolutes Muss. Hierbei wird die Entwicklung dokumentiert und entschieden inwieweit Maßnahmen zur Baumpflege durchgeführt werden. Alte Bäume sollen nach Möglichkeit lange am Leben erhalten bleiben. Auf besondere Aufgaben der Baumpflege trifft man allerdings in öffentlichen Bereichen. Hier hat die Verkehrssicherheit absolute Priorität. Bei alten Bäumen gibt es vieles was für Fußgänger und Radfahrer eine Gefahr darstellen kann: Tote Äste, morsche Kronen und faules Holz. Der Knackpunkt hier ist, das diese Merkmale aber auch gleichzeitig zu den Bestandteilen von Biotopbäumen zählen. Die große Aufgabe des Baumdienstes ist es nun diese beiden Ziele, den Baum erhalten und die Sicherheit wahren, sinnvoll umzusetzen.

 

Wieviel Kompromiss ist sinnvoll?

 

Aber erfordern Biotopbäume, alte Naturdenkmäler und Baumveteranen überhaupt eine Baumpflege? Es kommt in erster Linie auf den Standort der Bäume an und dann auf die Sicherheit. Mit der Baumpflege soll vor allem ein langer Erhalt alter Bäume gewährleistet werden. Diese Pflege bedeutet die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit an öffentlichen Wegen und die Sicherstellung der Standfestigkeit. Vor allem Verjüngungsschnitte können helfen die vitalen Funktionen von alten Bäumen noch lange am Leben zu erhalten.

Baumpfleger wenden zur Erhaltung des Naturschutzes bei Parkbäumen in Berlin Methoden an, die bei Stadt- und Gartenbäumen eigentlich nahezu undenkbar wären. Denn Kroneneinkürzungen und Pflegemaßnahmen sollen hier im Einklang mit dem Naturschutz bleiben. Als Vorbilder dienen hier ganz einfach die alten Bäume in der freien Natur.

 

Die Natur als Vorbild

 

In der professionellen Baumpflege orientiert man sich an der Natur. Die Natur hat so einige Tricks auf Lager um auf verschiedene Umwelteinflüsse zu reagieren. Mit diesen Tricks lassen Verkehrssicherheit, Ästhetik und Naturschutz sinnvoll vereinen. Wenn Bäume ein gewisses Alter erreichen oder die Krone Schaden nimmt von einem Blitzeinschlag oder Pilzbefall, dann bilden sich meist ein Stockwerk tiefer neue Kronenäste aus. Diese Sekundärkrone verlagert den Schwerpunkt weiter nach unten. Damit wird die nachlassende Bruchfestigkeit ausgeglichen. Nach einiger Zeit brechen dann ganz einfach die alten Kronenäste ab und der Baum verringert so seine Höhe. Dieses Konzept der Ast- und Kronenausbrüche ist der Pflege von Altbäumen ein gern genutztes Hilfsmittel.

Wenn Äste drohen zu brechen und zu fallen, dann sind diese vorsorglich zu beseitigen. Aber gerade Schnittkanten von einer Motorsäge bei alten Bäumen sorgen für ein unnatürliches Bild in der Natur. Bricht man Äste und Kronenteile dagegen ab, dann bildet sich ein eher natürliches Landschaftsbild und es entstehen ökologische Nischen. Es bilden sich Höhlungen und an ausgefransten Brüchen können sich Pilze ansiedeln. Die Höhlungen bieten eine Heimat für zahlreiche Vogelarten und Fledermäuse finden hier Hangplatz zum ruhen. Da in Deutschland Bäume fast ein halbes Jahr lang ohne Laub sind, ist die naturnahe Baumpflege umso bedeutender.

 

Natürliche Gefahr

 

Aber wenn nun Fäule, Pilze oder Schadereignisse eine unmittelbare Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen, dann ist ein Eingreifen durch Baumpfleger unausweichlich. Spaziergänger, Fahrradfahrer oder spielende Kinder sind durch die Ast- und Kronenausbrüche einer nicht zu unterschätzenden Gefahr ausgesetzt. Um aber eine Fällung gänzlich zu verhindern, bietet sich als Alternative eine Kappung an. Diese Methode gilt eigentlich als unprofessionell und wird beim Altbaum erst als letzter Weg in Kauf genommen, um wenigstens noch einige Baumteile am Leben zu erhalten. Um den natürlichen Habitus des Baumes zu erhalten, versucht man künstliche Kronenbrüche zu erzeugen. Die Kappung mit der Motorsäge sollte in diesem Fall soweit wie möglich vermieden werden. Dafür wird der Baum etwas oberhalb der Zielhöhe angesägt und anschließend mit einem Seil abgebrochen. Bei dieser Vorgehensweise ist der Schaden für den wieder bruchsicheren Baum überschaubar und die abgebrochenen Teile dienen unter dem Baum als neuer Lebensraum und Unterschlupf für Tiere.

 

Stehendes Totholz

 

Wenn ein alter Baum stirbt, dann ist die Bruchsicherheit und Standfestigkeit gefährdet. Die Festigkeit des Holzes lässt nach, Äste brechen einfach aus und eines Tages fällt der Baum um. Jetzt gilt es die Bruchsicherheit zu erhalten, damit so ein Stamm weiterhin als Flora und Fauna dienen kann. Eine Möglichkeit ist, die Krone mit ihren ausladenden Ästen zu beseitigen. Dieser verbleibende Stamm kann nun Wind und Schnee besser standhalten. Gerade aus Sicht des Naturschutzes ist ein stehender toter Stamm interessant. Er bietet Platz für Höhlenbrüter, Futter für Spechte und dient als Heimat für Totholzkäfer und Holzzersetzende Pilze.

 

Liegendes Totholz

 

Auch wenn ein Baum nach starken Stürmen oder einfach nur durch Altersschwäche seinem Schaden erliegt, so wird er der Natur noch lange dienen. Aber nicht durch der Stamm, sondern auch Ast- und Kronenausbrüche haben ab einer gewissen Größe einen besonderen Wert. So dient das liegende Totholz als Nahrungsmöglichkeit und Unterschlupf. Aber selbst von Wurzel- und Stammfäule befallene Bäume, die nicht mehr standsicher sind, lassen sich umdrücken und können noch umerzogen werden. Solche Bäume stellen keine Gefahr für die Verkehrsicherheit dar und leisten weiterhin einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung des Naturschutzes.

 

Kronenregenerationsschnitt für die Vitalität

 

Haben Bäume aber nur einen leichten Vitalitätsverlust, dann erweisen sie sich als geeignete Kanditaten für eine Regenerationsschnitt vom Experten für Baumpflege. Mit diesem besonderem Schnitt soll der Baum angeregt werden neu auszutreiben und altes Holz durch junges zu ersetzen. Bei diesem Schnitt liegt der Schwerpunkt vor allem auf dünnen Ästen um möglichst wenig Schaden am Baum zu verursachen. Hierbei soll altes Holz auf junge Äste abgeleitet werden. Diese jungen Äste treiben wesentlich besser aus und der Baum kann mehr Reserven aus der Photosynthese einlagern.

 

Fazit

 

Die denkmalgerechte Baumpflege unterscheidet sich in vielen Facetten von der Baumpflege für Stadt und Garten. Keine glatten Schnitte, Schnitte auf Astringen oder die fachgerechte Ableitung stehen hier nicht im Vordergrund. Ein besonders natürliches Aussehen, ein langes Leben und der Einklang mit der Natur stehen hier an erster Stelle.
(goodRanking)


Weitere Informationen:

A-Z Garten- und Landschaftspflege GmbH, Berlin

 

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