Baum&Natur - Natur

Baumschutz  |  Bäume  |  Wald  |  Natur  |  Fundsachen

 

 

An der Elbe entsteht neue Auenwildnis

Auwald Hohe Garbe wird an die Elbe angebunden


In den Elbauen
Foto: Horst Schunk

 

(9.9.2019) Mit einem feierlichen Spatenstich begann die Wiederanbindung einer der wichtigsten Auwäl-

der der Unteren Mittelelbe – der Hohen Garbe – an die Elbe. Im Rahmen des Projektes „Lebendige Auen für die Elbe“ werden im Gebiet der Hohen Garbe in Sachsen-Anhalt ein ehemaliger Deich an mehreren Stellen geöffnet und alte Flutrinnen reaktiviert. So kann der Fluss den Wald wieder regelmäßig überflu-

ten und sich eine naturnahe Auenlandschaft entwickeln. Das Vorhaben des auf Burg Lenzen ansässigen Auenzentrums des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert.

 

Anlässlich des Spatenstichs überreichte BfN-Präsidentin Beate Jessel die Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. „Naturnahe Hartholzauen, wie wir sie hier in der Hohen Garbe noch vorfin-

den, bedecken heute nur noch ein Prozent ihrer ursprünglichen Fläche. Gleichzeitig erfüllen intakte Auen nicht nur eine Vielzahl von Funktionen für Natur und Gesellschaft, sondern gehören zu den artenreichsten Lebens-

räumen Mitteleuropas. Denn sie bilden Refugien für seltene und bedrohte Arten wie Fischotter, Seeadler oder Rotbauchunke“, sagt Beate Jessel. Sie überreicht Projektleiterin Meike Kleinwächter heute die Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. „Vor allem die vorbildliche Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung und eine Öffentlichkeitsarbeit mit bundesweiter Ausstrahlung sorgen dafür, dass der Wert naturnaher Auen im gesellschaftlichen Bewusstsein besser verankert und erlebbar gemacht wird. Das hat die Fach-Jury der UN-Dekade nachhaltig beeindruckt“, betont Jessel.

 

Der Auwald Hohe Garbe. Foto: Frank Meyer, RANA/BUND
Der Auwald Hohe Garbe. Foto: Frank Meyer, RANA/BUND

 

„Wir geben der Elbe in diesem Projekt rund 400 Hektar Auenlandschaft zurück“, sagt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, vor Ort. „Gerade angesichts der Klimakrise sind intakte Auen besonders wichtig. Sie halten Wasser lange in der Landschaft zurück. Dadurch reduzieren sie zum einen die Hochwassergefahr und verhindern zudem in niederschlagsarmen Jahren das Austrocknen ganzer Landstriche. Auch filtern und reinigen sie das Wasser, sichern so unsere Trinkwasserversorgung und schützen die Meere vor einer noch stärkeren Belastung durch Nähr- und Schadstoffe“, so Weiger weiter. „Naturnahe Auen sind also wertvolle Ökosysteme, die viele bedeutende Aufgaben für die Gesellschaft übernehmen. Mit unserem Projekt ‚Lebendigen Auen für die Elbe‘ leisten wir hierzu einen wichtigen Beitrag.“

 

Der alte Deich wird in den kommenden Monaten nach und nach geschlitzt, so dass sich die Elbe schon bei kleinen Hochwasser-Ereignissen im Gebiet verteilen kann. Dazu hebt das BUND-Auenzentrum auch alte Flutrinnen aus, über die das Wasser einströmen kann. Den Hochwasserschutz übernimmt seit den 1980er Jahren ein damals errichteter, weiter landeinwärts gelegener Deich. Zudem sorgen über 10.000 neu angepflanzte Bäume und Sträucher dafür, dass sich der alte Auwald ausbreitet. Auch haben Amphibien und Uferschwalben Tümpel beziehungsweise eine Steilwand, die dieses Frühjahr neu angelegt wurden, sofort besiedelt – ein Beleg dafür, dass diese Lebensräume bisher fehlten und dass bereits Erfolge für die Artenvielfalt im Gebiet sichtbar sind.

 

 Naturnaher Auwald an der Elbe. Foto: Birgit Felinks
Naturnaher Auwald an der Elbe. Foto: Birgit Felinks

 

Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“:

Seit 2012 arbeitet das Projektteam des BUND-Auenzentrums unter anderem daran, den alten Auwald in der Hohen Garbe zu revitalisieren. Es werden Flächen im Rahmen eines laufenden Bodenordnungsverfahrens erworben, damit sich der Auwald natürlich und ungestört entwickeln kann und junger Auwald wird gepflanzt. Dies alles geschieht im engen Dialog mit Anwohnerinnen und Anwohnern, Nutzerinnen und Nutzern der Hohen Garbe. Zudem erarbeitet das Projekt Vorschläge, wie die Hohe Garbe mit anderen naturnahen Auen in der Region besser vernetzt werden kann, etwa mit der ersten großen Deichrückverlegung Deutschlands in der Lenzener Elbtalaue, die ebenfalls das BUND-Auenzentrum umgesetzt hat. Auch sind die umfassende Information der Öffentlichkeit über Vielfalt und Nutzen intakter Auen und Angebote zum Erleben naturnaher Auen wichtige Aufgaben des Projektes. Dazu entstand etwa das AuenReich auf Burg Lenzen und die prämierte, zusammen mit Anwohnern erarbeitete Auentour-App im Umfeld der Hohen Garbe.

„Lebendige Auen für die Elbe“ wird im Rahmen des Bundesprogrammes Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Weitere Fördermittelgeber sind die Umweltstiftung Michael Otto, die Allianz Umweltstiftung, die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt, Lotto-Toto Sachsen-Anhalt sowie die Deutsche Postcode Lotterie.

 

UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltige Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen können. Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertretern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind.
(BUND)

 

Weitere Informationen:
Lebendige Auen für die Elbe
UN-Dekade Biologische Vielfalt




zurück zur Übersicht oder zurück zur Startseite

 

 

Weitere Berichte "rund um den Baum" finden Sie im Archiv >>Baum+Natur

Branchebuch
Diese Firmen werben
auf arboristik.de,
wir bitten um Beachtung.
- Ing.-Büro
Dipl.-Ing. Block-Daniel
- Sachverständigenbüro
Dipl.-Ing. Henning Müller
- Baumdienst Behr
- Standardsoftware für Sachverständige Franz Hund
- Matthias Zorn
Sachverständigenbüro Gartenbau
lilie
- Mediadaten
linie
Im Branchenbuch auf arboristik.de können Sie Ihre Dienstleistung oder Produkt in Form eines Basiseintrages vorstellen und bewerben, und dies zu äußerst günstigen Tarifen. Ein Eintrag als Basiseintrag ist schon ab 2 Euro monatlich möglich.
linie

 


 

 

2003 - 2019 - arboristik.de - All rights reserved